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Leukämie Print

Etwa ein Drittel aller krebskranken Kinder leiden an Leukämie (Blutkrebs). Sie entsteht, wenn der normale Reifungsprozess der weißen Blutkörperchen durch eine Fehlschaltung der Regulationsgene unterbrochen wird und unreife weiße Blutkörperchen ( Blasten ) explosionsartig zunehmen.

Die häufigste Art der Leukämie im Kindesalter ist mit 80 Prozent aller Fälle die akute lymphatische Leukämie (ALL). Sie tritt auf, wenn Lymphozyten nicht ausreifen, sondern sich als unreife leukämische Blasten unkontrolliert vermehren. Besonders häufig betroffen sind Kinder im Alter von 3 bis 7 Jahren. Doch können auch Jugendliche und Erwachsene an ALL erkranken.

Etwa 20 Prozent aller Kinder mit Leukämie, leiden an einer akuten myeloischen Leukämie (AML). Sie tritt auf, wenn Granulozyten sich in unausgereiftem Zustand rapide vermehren und im Knochenmark ausbreiten. Die AML ist schwieriger zum Stillstand zu bringen als die ALL.

Hinweise für eine Leukämie können sein:

•  Fieber ohne ersichtlichen Grund

•  Blässe des Kindes

•  Schwer zu stillende Blutungen wie Nasen-, Zahnfleisch- und Hautbluten

•  Blaue Flecken schon bei geringen Einwirkungen von außen

•  Wechselnde Knochen- und Gelenkschmerzen

•  Müdigkeit und Lustlosigkeit

•  Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit

•  Schwellungen der Lymphknoten

Die Behandlung der ALL erfolgt im Rahmen einer internationalen Therapie-Studie (AIEOP-ALL-BFM-2010) mit einer kombinierten intensiven Polychemotherapie über 8 Monate, gefolgt von einer oralen Dauertherapie über insgesamt 2 Jahre. Hierdurch gelingt eine Heilung bei rund 80 Prozent der Patienten.

Bei der schwerer zu behandelnden AML gelingt es in 80 Prozent eine Nachlassung des Krankheitsbildes und in rund 50 Prozent eine Heilung zu erreichen.

Trotz der Erfolge sprechen manche Kinder auf die Behandlung nicht an und erleiden einen Rückfall. Hier besteht dann durch eine intensivierte antileukämische Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung eine weitere Therapieoption. Oft muss dann auch eine Knochenmarktransplantation  durchgeführt werden. Diese hat die Überlebenschancen leukämiekranker Kinder mit Rückfällen deutlich verbessert.