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Dick- und Enddarmkrebs Print
Der Dick- und Enddarmkrebs (Kolorektales Karzinom) ist mit 16 bis 17 Prozent aller bösartigen Tumor-Neuerkrankungen und knapp 73 000 Betroffenen pro Jahr die zweithäufigste bösartige Neubildung. Meist handelt es sich um Adenokarzinome, die aus gutartigen Vorläufern entstehen, den sogenannten Polypen. Da diese in der Regel problemlos im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) entfernt werden können, wird für alle Personen ab dem 55. Lebensjahr eine Vorsorge-Koloskopie empfohlen. Risikofaktoren sind neben chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auch Übergewicht, Bewegungsmangel und negative Ernährungsgewohnheiten. Weiterhin sind auch erbliche Faktoren bekannt.

 

Eine Darmkrebserkrankung ist häufig lange symptomlos. Eine plötzliche Änderung der Stuhlgewohnheiten sowie Blutbeimengungen im Stuhl können Alarmzeichen sein. Auch eine unklare Blutarmut oder Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit können erste Hinweise sein. Da diese Symptome meist erst im fortgeschrittenen Stadium auftreten, wird noch einmal deutlich, wie wichtig die Darmspiegelung aus Vorsorgegründen ist: Diese dient nicht nur der Früherkennung sondern kann Tumoren sogar ganz verhindern. Die Diagnose wird zumeist im Rahmen einer Darmspiegelung gestellt, hier können auch Proben zur genauen Einordnung des Tumors entnommen werden. Weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen, helfen, das genaue Ausbreitungsstadium zu bestimmen. Entscheidend ist auch beim Dick- und Enddarmkrebs die Frage nach einem Lymphknotenbefall und dem Vorhandensein von Tochtergeschwulsten (Metastasen).

 

Entsprechend des jeweiligen Stadiums muss die Therapie individuell geplant werden. Methode der Wahl ist, wenn möglich, die Operation als einziges heilendes Verfahren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch bei Tumoren mit Tochtergeschwulsten operiert und alle Tumoranteile entfernt werden. Insbesondere beim Enddarmkrebs kann eine Vorbehandlung mit Chemo- und Strahlentherapie erforderlich werden, um den Krebs in ein besser operables Stadium zu bringen. Entsprechend dem genauen Operationsergebnis muss unter Umständen eine Sicherheitschemotherapie im Anschluss an die Operation durchgeführt werden. Aber auch im inoperablen, nicht heilbaren Stadium können durch eine lindernde Chemotherapie, eventuell ergänzt durch moderne Antikörper-Therapien, Lebensqualität und Lebenszeit gewonnen werden.