Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren
Harnblasenkrebs Print

Der Harnblasenkrebs (Harnblasenkarzinom) stellt zwei Prozent aller bösartigen Tumoren der Bevölkerung dar. Beim Mann ist der Harnblasenkrebs die vierthäufigste bösartige Erkrankung und bei der Frau die sechshäufigste. Dabei sind Männer etwa drei Mal häufiger betroffen als Frauen. Das durchschnittliche Alter bei Entdeckung eines Harnblasenkarzioms beträgt 65 bis 70 Jahre. Als sicher gilt, dass Nikotin ein maßgeblicher Risikofaktor bei der Entstehung eines Blasenkarzinoms ist.

Häufigstes Symptom ist das schmerzlose Auftreten von sichtbarem Blut im Urin (Makrohämaturie). Ferner können Beschwerden, wie zum Beispiel bei einem Harnwegsinfekt mit Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen tagsüber und nachts, Drangsymptomatik und unwillkürlicher Urinverlust auftreten.

Zur Diagnosesicherung ist meist eine Harnröhren- und Blasenspiegelung erforderlich. Verschiedene Röntgenuntersuchungen (eventuell mit Kontrastmittelgabe über eine Vene) dienen zur Abklärung des gesundheitlichen Zustandes des restlichen Harntrakts beziehungsweise des gesamten Körpers.

Der erste Schritt bei der Behandlung ist immer die Abtragung des Tumors mittels Elektroschlinge durch Harnröhren/Harnblasenspiegelung in Narkose gegebenenfalls in mehreren Sitzungen. Bei oberflächlichen Tumoren kann die erste Operation zur Gewebeabtragung und Diagnosesicherung auch bereits die Therapie beinhalten. Eventuell wird danach eine Gabe von bestimmten Medikamenten in die Blase zur Verhinderung des erneuten Auftretens eines Tumors erforderlich sein. Wichtig ist in jedem Fall die sorgfältige Durchführung regelmäßiger Kontrolluntersuchungen durch den betreuenden Urologen (einschließlich regelmäßiger Blasenspiegelungen), um das Auftreten eines erneuten Tumors rechtzeitig zu erkennen. Ist der Tumor bereits fortgeschritten, muss die Harnblase radikal (mit Prostata oder Gebärmutter) entfernt werden. Zur Harnableitung kann man – je nach Befund – aus dem Dünndarm eine Ersatzblase formen oder einen künstlichen Harnausgang schaffen. Je nach Stadium kann eine Chemotherapie als Nachbehandlung notwendig werden.