
Tumorzentrum Koblenz
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| Lymphdrüsenkrebs |
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Unter dem Begriff der malignen Lymphome wird eine Vielzahl von bösartigen Erkrankungen zusammengefasst, die ihren Ursprung aus Zellen des lymphatischen Systems nehmen. Zu dem lymphatischen System gehören die Lymphknoten, die Milz, die Rachenmandeln sowie das Knochenmark. Traditionell wird zwischen dem Hodgkin-Lymphom (HL) und der Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) unterschieden.
Etwa 15 000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland neu an den verschiedenen Formen der malignen Lymphome. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr. Die Diagnose erhält man durch die Untersuchung eines Lymphknotens beziehungsweise von lymphatischem Gewebe oder durch eine Knochenmarkspunktion.
Das Hodgkin-Lymphom (HL) ist eine zumeist durch Chemo- oder Strahlentherapie heilbare Erkrankung. Die Heilungsrate liegen bei 70 bis 90 Prozent – abhängig von Tumorstadium und begleitenden Risikofaktoren. Die üblichen Behandlungskonzepte orientieren sich an den Studien der Deutschen Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe, die weltweit führend sind.
Die Non-Hodgkin Lymphome (NHL) lassen sich in viele verschiedene Lymphomarten unterteilen. Dies ist von großer Bedeutung, weil es zwischen den einzelnen Formen sehr große Unterschiede bezüglich des Verlaufs und der Behandlung gibt. Grundsätzlich unterscheidet man die Non-Hodgkin-Lymphome in die sogenannten indolenten (schmerzlosen) Lymphome, die eher langsamer wachsen, und die eher schnell wachsenden aggressiven Lymphome. Eine Zwischenstellung nimmt das Mantelzelllymphom ein, das mit fünf Prozent relativ selten ist.
Häufige indolente (schmerzlose) Lymphome:
Chronisch-lymphatische Leukämie (CLL): Gehört zu den häufigsten malignen Lymphomen und ist gleichzeitig die häufigste Leukämie bei Erwachsenen.
Follikuläre Lymphome: zweithäufigster Lymphomtyp.
Immunozytom/Lymphoplasmozytisches Lymphom: Entspricht zum größten Teil dem Morbus Waldenström, bei dem typischerweise ein bestimmtes Eiweiß (IgM) erhöht ist.
Multiples Myelom (Plasmozytom): Lymphom des Knochenmarks. Es geht von den sogenannten „Plasmazellen“ aus, die für die Bildung von Immunglobulinen und somit für die Körperabwehr zuständig sind. Die Erkrankung führt häufig zu Veränderungen des Knochens mit Knochenbrüchen und Knochenerweichung.
Aggressive Lymphome:
Großzellige B-Zell-Lymphome: Gehören mit 1/3 aller Fälle zu den häufigsten Formen maligner Lymphome. Dies ist ein rasch voranschreitendes Lymphom, aber es gibt Heilungschancen.
Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Lymphome, die sich in Erscheinungsbild und Therapie voneinander unterscheiden.
Der genaue Entstehungsmechanismus der Lymphome ist nicht geklärt. Autoimmunerkrankungen, bestimmte Bakterien oder Viren sowie Strahlenbelastung oder eine vorangegangene Chemotherapie können die Entstehung von malignen Lymphomen begünstigen. Meistens bleibt die Ursache aber ungeklärt.
Symptome und Beschwerden: Eine Eigenschaft der malignen Lymphome besteht darin, dass sie keine spezifischen oder manchmal auch keine oder nur geringe Beschwerden wie Krankheitsgefühl, länger anhaltendes Fieber oder Nachtschweiß verursachen. In einigen Fällen suchen die Patienten wegen anhaltend geschwollener Lymphknoten den Arzt auf. Zumeist sind diese Lymphknotenschwellungen schmerzlos.
Diagnose / Untersuchungsmethoden: Die Behandlung erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung, Probenentnahme von Lymphknoten oder Knochenmark, Ultraschall, Röntgen, Computertomographie. Für das Hodgkin-Lymphom hat auch das PET-CT eine gewisse Bedeutung.
Therapie: Neben der Diagnose des Lymphomtyps ist das Erkrankungsstadium für die Behandlung und die Abschätzung der Therapieaussichten von entscheidender Bedeutung. Das Stadium wird danach festgelegt, wie weit sich das Lymphom im Körper ausgebreitet hat und ob zusätzlich ganz bestimmte Symptome bestehen. In der Behandlung gibt es verschiedene Strategien. Wenn die Erkrankung nur sehr langsam fortschreitet, keine oder nur geringe Beschwerden verursacht und eine frühzeitige Therapie keine Vorteile gegenüber einem verzögerten Behandlungsbeginn bietet, besteht die Möglichkeit, einer abwartenden Haltung. Ob ein derartiges Vorgehen eingeschlagen wird, hängt entscheidend vom Typ des Lymphoms ab. Insbesondere aggressive Lymphome werden mit dem Ziel einer völligen, langfristigen Tumorfreiheit – also Heilung – behandelt.
Im Gegensatz zu der Krebsbehandlung von soliden Organen spielt die Operation in der Therapie keine entscheidende Rolle. Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome werden mit Medikamenten (Antikörper, Chemotherapie sowie neueren Substanzen) und / oder mit Strahlentherapie behandelt. Bei einigen Lymphomen und geeigneten Patienten kommt gegebenenfalls im Verlauf eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation in Frage. Hierbei werden eigene Stammzellen, die zuvor entnommen wurden, nach der Chemotherapie oder Ganzkörperbestrahlun wieder zugeführt. Die Behandlung der Lymphome erstreckt sich oft über einige Monate.
Nachsorge: Wird zunächst dreimal monatlich durchgeführt, im Verlauf dann in größeren Intervallen. Wichtig ist hierbei das Erkennen von Behandlungskomplikationen oder von erneutem Lymphknotenwachstum.
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