Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren
Speiseröhrenkrebs Print

Der Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist mit etwa 5000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland eine eher seltene Tumorerkrankung. Betroffen sind meist Männer über 55 Jahre. Grundsätzlich werden zwei Arten bösartiger Neubildungen der Speiseröhre unterschieden. Zum Einen Plattenepithelkarzinome, die vorwiegend auf dem Boden eines langjährigen Alkohol- und Nikotinkonsums entstehen und in allen Abschnitten der Speiseröhre auftreten können. Weiterhin treten Adenokarzinome auf, für die vor allem Säure-Reflux aus dem Magen verantwortlich ist. Letztere nehmen in den vergangenen Jahren an Häufigkeit deutlich zu und entstehen in der unteren Speiseröhre.

 

Die Symptome des Speiseröhrenkrebses sind meist uncharakteristisch und treten erst spät auf, so dass Tumoren häufig erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt werden. Das erste Symptom sind meist Schluckbeschwerden, zunächst für feste Speisen, im Verlauf aber auch beim Trinken von Flüssigkeiten. Aber auch eine Blutarmut (Anämie) unklarer Ursache, allgemeine Abgeschlagenheit und ein ungewollter Gewichtsverlust können auf eine Tumorerkrankung hinweisen.

 

Wichtigste diagnostische Maßnahme zur Abklärung dieser Beschwerden ist die Spiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie), bei der neben der Speiseröhre auch der Magen und der Zwölffingerdarm untersucht werden. In diesem Rahmen können auch Gewebeproben entnommen werden, um die genauen Eigenschaften der bösartigen Zellen zu untersuchen. Im Rahmen weiterer, individuell abgestimmter Untersuchungen kann in der Folge das genaue Stadium der Erkrankung festgestellt werden. Dabei ist vor allem die örtliche Ausbreitung des Tumors aber auch die Frage nach Tochtergeschwulsten, sogenannten Metastasen, von besonderem Interesse.

 

Abhängig vom genauen Ausbreitungsstadium und der Lokalisation reicht das therapeutische Spektrum von lokalen Abtragungstechniken im Rahmen einer Spiegelung bei sehr frühen Tumoren über Bestrahlungs- und Chemotherapien bis hin zu einer operativen Entfernung des Tumors. Sollte eine Heilung eines bereits fortgeschrittenen Tumors nicht mehr möglich sein, stehen verschiedene Behandlungsalternativen zur Verfügung, Symptome und Beschwerden zu lindern. Neben Bestrahlungs- und Chemotherapie kann zum Beispiel bei Schluckbeschwerden ein Metallröhrchen (Stent) in die Speiseröhre eingelegt werden, um den Schluckakt wieder zu ermöglichen. Wichtig ist in jedem Fall ein individuelles Vorgehen, das neben der Tumorerkrankung auch den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten berücksichtigt.