Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren
Spektrum der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie Print

Diagnostisches und therapeutisches Spektrum der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie (Chefärztin: Frau Dr. A. Schendera) im Tumorzentrum Koblenz am Kemperhof

 

Die Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie des Kemperhofes und die Praxis für Strahlentherapie am Kemperhof sind auf die Strahlentherapie bei Onkologischen Erkrankungen spezialisiert.
Die Strahlentherapie gehört neben der Chirurgie (Operation) und Chemo- sowie Hormontherapie zu den wichtigsten Therapiemethoden bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen. Ziel ist es, bösartige Zellen unter weitgehender Schonung des umliegenden gesunden Gewebes zu zerstören.
Voraussetzung hierfür ist eine präzise Bestrahlungsplanung nach dem neusten Stand der Technik mit entsprechender apparativer und personeller Ausstattung. In der Praxis für Strahlentherapie werden Sie unter der Leitung von Frau Dr.Schendera von hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut.
Ist eine strahlentherapeutische Behandlung notwendig, wird in enger Zusammenarbeit mit anderen ärztlichen Kollegen ein individuelles Behandlungskonzept (interdisziplinäre Behandlung) entwickelt. Dies ermöglicht Ihnen eine optimale Therapie zur Heilung der Tumorerkrankung bzw. sichert eine weit mögliche Linderung Ihrer Beschwerden.
Bei dem ersten Termin in unserer Klinik/Praxis wird ein ausführliches Gespräch über den Ablauf der Bestrahlungsplanung sowie die eigentliche Bestrahlung mit Ihnen geführt. Je nach Erkrankung und Allgemeinempfinden kann die Therapie ambulant oder stationär erfolgen.
Soweit erforderlich, ist ein Wechsel zwischen der ambulanten und der stationären Behandlung jederzeit problemlos möglich, da Frau Dr. Anke Schendera Chefärztin der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie ist und die Praxis am Kemperhof leitet.


Bestrahlungsplanung

Die Bestrahlungsplanung setzt eine individuelle Vorbereitung voraus. Bei der Bestrahlungsplanung wird der Krankheitsherd genau lokalisiert und erfasst. Das umliegende gesunde Gewebe sowie lebenswichtige Organe werden maximal möglich geschont. Dafür werden Sie von einer/einem unserer medizinischtechnischen Radiologieassistentin/en (MTRA) auf einem beweglichen Tisch eines speziellen Röntgengerätes (Therapie-Simulator) gelagert. Ihr behandelnder Arzt/ behandelnde Ärztin legt unter Durchleuchtung das zu bestrahlende Gebiet fest. Im Anschluss daran erfolgt eine Computertomographie (CT) der zu behandelnden Körperregion in Bestrahlungslage. Die gewonnenen Bilder werden im Anschluss an den Planungscomputer übermittelt. Zusammen mit einem unserer Medizinphysiker wird dann Ihr individueller 3-D-Bestrahlungsplan erstellt. Die gewünschten Felder werden dokumentiert, auf der Haut eingezeichnet und mit hautfreundlichem Pflaster abgedeckt. Das Anbringen der Lagerungslinien und der Feldgrenzen auf der Haut ist unerlässlich. Diese verbleiben während der gesamten Bestrahlungsdauer auf der Haut.


Die erste Bestrahlung

Die erste Bestrahlung an unserem Linearbeschleuniger mit MLC (Multi-Lamellen-Kollimator) dauert etwas länger, als die späteren Bestrahlungen. Sie erfolgt in Anwesenheit des für Sie verantwortlichen Arztes, einem Medizinphysiker und den MTRAs. Zunächst nehmen Sie Ihre „bekannte" Lage ein und die MTRA's richten Sie so aus wie in der Vorbereitung zur Planung. Die Bestrahlungsdaten sind im Computer hinterlegt. Diese Parameter werden eingestellt und durch den Arzt/Ärztin und Medizinphysiker überprüft. Während der Bestrahlung, die nur ca. 1 min. pro Feld dauert, überwacht die MTRA ständig den technischen Ablauf und hält dabei über einen Monitor und eine Gegensprechanlage Sicht- und Sprechkontakt mit Ihnen. Von der Bestrahlung merken Sie nichts.


Weitere Bestrahlungen und Abschluss

Nach der ersten Bestrahlung erhalten Sie entsprechend Ihrer Erkrankung Ihre weiteren Termine. Die Bestrahlung läuft immer nach der gleichen Vorgabe ab. Zwecks bildgebender Verfahren wird die Lage der Bestrahlungsfelder zwischendurch überprüft. Im Verlauf sind regelmäßige Kontrollen von Ärzten und Frau Stoffel (Krankenschwester, spezialisiert auf Haut- und Schleimhautpflege) eingeplant. Bei Problemen unter der Therapie können Sie immer jemanden ansprechen. Ist Ihre Behandlung abgeschlossen, werden Sie nach einem ausführlichen Abschlussgespräch wieder in die Obhut Ihres Vertrauensarztes (z. B. Hausarzt) entlassen.


Spezielle Therapien

 

Afterloadingverfahren
Das Afterloadingverfahren (= Nachladeverfahren) ist eine spezielle Bestrahlungsform, bei dem die Strahlenquelle (Radionuklid) nicht von außen auf die zu behandelnde Körperregion einwirkt, sondern an oder in den behandelnden Tumor gelegt wird. Diese Kurzdistanzbestrahlung erfolgt mit einem Iridium-Strahler (Ir-192).
Dieses Verfahren ermöglicht eine Bestrahlung des Tumors (z. B. gynäkologische Tumore, Prostata-Karzinome) mit nur geringer Belastung des umliegenden gesunden Gewebes.

 

Therapie gutartiger Erkrankungen
Auch bei gutartigen Erkrankungen kann eine Bestrahlung hilfreich sein, so z. B. bei degenerativen Erkrankungen der Gelenke, beim Fersensporn, beim sogenannten Tennis- oder Golfarm (Epikondylitis); Weichteilverkalkungen (Hüftgelenksersatz, Sehnenansatzverkalkungen) etc.